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Siebenhundert Jahre nach den ersten Glasfenstern des Straßburger Münsters wiederholen sich in den Werkstätten des Bas-Rhin dieselben Handgriffe: Glas schneiden, Ton formen, das Feuer der Schmiede bändigen. Drei Handwerkskünste, tief in der elsässischen Geschichte verwurzelt, warten nur wenige Kilometer von Ihnen entfernt. Keine bloße Sonntagsbeschäftigung, sondern eine echte Entdeckungsreise ins Kunsthandwerk.
Die Glasmalerei
Das Straßburger Münster bewahrt rund 1.500 Quadratmeter mittelalterlicher Glasfenster – das zweitgrößte Ensemble dieser Art in Frankreich. Zwischen 1250 und 1275 eingesetzt, haben diese Fenster sieben Jahrhunderte überdauert, ohne ihre Leuchtkraft zu verlieren. 2015, zum tausendjährigen Jubiläum des Bauwerks, schuf der Glasmeister Pierre-Alain Parot gemeinsam mit der Künstlerin Véronique Ellena sogar ein neues, zeitgenössisches Fenster in der Katharinenkapelle.

Ein Glasmalerei-Workshop in Straßburg versetzt Sie in die Rolle dieser Kunsthandwerker – in Ihrem eigenen Maßstab. Sie schneiden farbiges Glas zu, fassen jedes Stück in Blei und verlöten anschließend das Ganze unter den Augen eines Glasmeisters. Die Werkstätten im Bas-Rhin, von Schiltigheim bis Bouxwiller, empfangen Anfänger mit einem einfachen Windlicht ebenso wie Neugierige, die sich an anspruchsvollere Lötarbeiten wagen.
Am Abend fällt das Licht durch Ihr Werk, so wie es seit jeher durch die Fenster des Münsters fällt. Ein ganz besonderes Gefühl, nicht wahr? Diese Verbindung zwischen Ihrem Stück und einem tausendjährigen Erbe ist mehr wert als ein gewöhnliches Urlaubssouvenir.
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Die Töpferei
In Soufflenheim, am Rand des Hagenauer Forsts, verarbeiten die Töpfer seit der Bronzezeit denselben Ton. Diese tonerdereiche Erde hält der Hitze des Ofens stand und verleiht den Gefäßen ihre berühmte blaue oder rote Färbung. Der Legende nach soll ein Töpfer namens Kugel die Gugelhupfform erfunden haben, nachdem er in einer Winternacht drei Reisende beherbergt hatte.
Sie müssen aber nicht bis nach Soufflenheim fahren, um im Elsass zu töpfern. Töpfer im Bas-Rhin öffnen ihre Werkstätten in Straßburg, Hagenau, Schiltigheim oder Illkirch-Graffenstaden. Eine kleine Schale entsteht an der Drehscheibe in anderthalb Stunden, während sich ein umfassender Einblick in das Handwerk – vom Modellieren bis zum Glasieren – über mehrere Termine erstreckt.
Ihre Hände lernen, vor dem Ton langsamer zu werden – eine Geste, die in der Region seit Jahrtausenden gepflegt wird. Mit einer unperfekten, aber selbst geformten Vase nach Hause zu fahren: Das ist doch etwas anderes als ein im Laden gekauftes Souvenir.
Auch lesenswertSechs Erlebnisse mit Nervenkitzel im Elsass und in den Vogesen: hoch hinausDie Messerschmiedekunst
Rund dreißig Kilometer von Straßburg entfernt verdankt der Weiler Klingenthal seinen Namen seiner Vergangenheit als Schmiedeort. 1730 ließ Ludwig XV. hier die Königliche Manufaktur für Blankwaffen errichten, die die französische Armee über ein Jahrhundert lang mit Säbeln und Klingen belieferte. Die Produktion endete 1962, doch die Stätte kann bis heute besichtigt werden – mit angefeuerter Schmiede an jedem ersten Sonntag im Monat.
Dieses Erbe inspiriert noch heute die Handwerker, bei denen Sie im Bas-Rhin ein Messer schmieden können. Eine Kohle- oder Gasschmiede, ein erfahrener Messerschmied und drei Stunden genügen, um ein Buttermesser oder ein einfaches Stück zu fertigen. Ein zweitägiger Intensivkurs ist das Richtige, wenn Sie alles lernen möchten, vom Härten bis zum abschließenden Schleifen.
Der Hammer schlägt, der Stahl glüht – und plötzlich verstehen Sie, warum dieses Tal einen solchen Namen trägt. Mit einer selbst geschmiedeten Klinge nach Hause zu fahren, in einer Region, in der seit drei Jahrhunderten Säbel geschmiedet werden: Tiefer kann man kaum in die örtliche Geschichte eintauchen.
Den Workshop-Tag im Bas-Rhin planen
Straßburg, Klingenthal, Soufflenheim: Diese Orte liegen weniger als eine Autostunde voneinander entfernt. Ein Tag genügt, um morgens einen Workshop mit einem Spaziergang durch ein Nachbardorf am Nachmittag zu verbinden. Das Bas-Rhin eignet sich bestens für eine solche Handwerkstour zwischen Stadt und Land.
Die Wahl hängt vor allem davon ab, welches Handwerk Sie reizt, weniger vom Preis. Ein Schnupperkurs dauert etwa drei Stunden, ein Intensivkurs erstreckt sich für besonders Motivierte über zwei Tage. Ein Workshop ist auch ein außergewöhnliches Geschenk, etwa zum Geburtstag oder zum Muttertag.
Es lohnt sich, frühzeitig einen Termin zu reservieren, vor allem am Wochenende, denn diese Workshops im Bas-Rhin sind schnell ausgebucht. Also: Welches Handwerk probieren Sie als Erstes aus – Glas, Ton oder Feuer?
Enzo
Hallo, ich bin Enzo! Ich bin der Typ, der gerne seine Wanderstiefel anzieht, um die steilen Pfade der Vogesen zu erkunden. Natur- und Fotografiebegeistert nehme ich euch mit auf eine Reise durch Artikel, die nach Tannenwäldern und dem Charme von Bergseen duften. Ich lebe für die Momente, in denen die Sonne über dem Haut-Koenigsbourg aufgeht oder wenn ich auf eine authentische Gaststätte am Wegesrand stoße. Mein Ziel? Euch zu inspirieren, hinauszugehen und die frische elsässische Luft zu atmen – mit immer einer guten Adresse für einen Flammkuchen, den man am Ende des Tages teilen kann.

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